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Pro Ventus GmbH insolvent - Anleger sollten schnell handeln
  Kategorie: Kapitalanlagenrecht, vom 19.08.2015

  Das Amtsgericht Aschaffenburg hat mit Beschluss vom 10.08.2015 das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen der Pro Ventus GmbH angeordnet.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hatte der Pro Ventus GmbH, Großostheim, mit Bescheid vom 3. Juli 2015 die unverzügliche Abwicklung der unerlaubt betriebenen Bankgeschäfte durch Rückzahlung der angenommenen Gelder aufgegeben.

Die Pro Ventus GmbH bot Anlegern den Erwerb von physischen Edelmetallen in Gestalt von Silbermünzen an. Verbunden mit dem Kaufvertrag verpflichtete sich die Pro Silber GmbH, 8400 Winterthur (Schweiz), vertraglich dazu, die von den Anlegern erworbenen Silbermünzen nach Ablauf der Vertragslaufzeit zu einem festen, gegebenenfalls den ursprünglichen Kaufpreis übersteigenden Betrag wieder zurückzukaufen. Nach Ansicht der BaFin stellt dieses Anlageangebot ein einheitliches Geldanlagemodell dar, bei dem das Rückkaufsversprechen der Pro Silber GmbH der Pro Ventus GmbH als geldannehmendes Unternehmen zuzurechnen sei. Mit dieser Geschäftstätigkeit betreibe die Pro Ventus GmbH das Einlagengeschäft ohne die hierfür erforderliche Erlaubnis der BaFin.

Nach der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens macht es keinen Sinn mehr, Ansprüche gegen die Pro Ventus GmbH zu verfolgen. Diesbezüglich sollte man abwarten, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird, und dann durch einen Anwalt  Ansprüche zur Insolvenztabelle anmelden. Allerdings erhält man in Insolvenzverfahren i.d.R. nur einen geringen Bruchteil seines Schadens ersetzt.

Anleger sollten daher umgehend einen Anwalt mit der Verfolgung von Ansprüchen gegen die verantwortlichen Personen beauftragen, denn hier gilt wie auch sonst im Leben, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. In Betracht kommen insbesondere Schadensersatzansprüche wegen des unerlaubten Betreibens eines Bankgeschäftes nach §§ 54, 32 KWG.

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